Macht Schlagzeilen

Christian Maria Fischer

Das Buch ist eine Sammlung von Praxis-Tipps für alle, die Informationen für die Presse erstellen wollen. Man liest es, zumindest den zweiten Teil mit der Ideensammlung der 1000 Tipps, nicht wie einen Roman, sondern eher wie ein Lexikon.

Im ersten Teil jedoch widmet sich der Autor zuvor in 5 Kapiteln den Aspekten der grundsätzlichen Herangehensweise an die Arbeit mit Presse und insbesondere mit Schlagzeilen.

Im Zentrum des Engagements des Autors, und dieses versucht er auch seinen Leser/innen zu vermitteln, steht die Leselust der Empfänger von Schlagzeilen.

Man liest einfach gerne ungewöhnliche Dinge.

Obwohl diese Schlagzeilen auch Unternehmen dienen, um für sich und ihre Produkte und Dienstleistungen zu werben, ist die Arbeit, wie sie hier dargestellt wird, ein Abkehr von der klassischen Werbung.

Schlagzeilen sollen "fesseln" und/oder unterhalten. Mindestens aber sollte der Effekt "Sieh mal einer an, was macht denn der da ..."  beim Leser eintreten.

Drei Beispiele sollen erläutern, wie das funktioniert:

Tipp Nr. 118: Der Tischlermeister, der einst für den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Schreibtisch baute, nutzt dieses für eine Pressemitteilung. Die Prominenz dieses Kunden hebt den Schreiner aus der Masse der anderen hervor und sorgt für Aufmerksamkeit, die weit über das übrige Tagesgeschäft hinausgeht.

Tipp Nr. 114: Der Vorstandschef eines Softwareherstellers ernennt seinen Hund, einen Golden Retriever, zum "Chief Love Officer", bindet Buddhismus in die Führungsprinzipien seines Unternehmens ein und setzt auf das gemeinsame Schwimmen von Führungskräften mit Delfinen, um von diesen zu lernen. Wenn das nicht ungewöhnlich ist. Ein Unternehmen, das auf Liebe als Mittel zur Unternehmensführung setzt, geht einem so schnell nicht mehr aus dem Sinn.

Tipp Nr. 525: Handwerker kommen morgens zum Kunden und bringen dabei gleich das Frühstück mit. Mehr muss man dazu wohl kaum sagen. Eine hervorragende Idee für das Marketing eines Handwerksbetriebs, der mit Endverbrauchers als Kunden zu tun hat. Wer möchte nicht zugleich frische Brötchen mitgebracht bekommen, zumindest dann, wenn der nächste Bäcker weit weg ist.

Das Buch regt an, etwas anders zu denken, als dieses im reinen, sachlich nüchternen Nachrichtenstil üblich ist.

Man denke nur einmal zurück an das Werbekonzept der Fernsehwerbung "Schaufenster am Donnerstag".

Diese Sendung (ab Mitte der 1970er Jahre) basierte darauf, dass man damals in der Werbebranche meinte, die Kunden würden sich lieber sachliche Nachrichten ansehen, als emotionale Werbespots.

Das hier in diesem Buch dargestellte Konzept der Schlagzeile geht einen anderen Weg. Es hilft einem dabei, die eigenen unternehmerischen Aktivitäten schon darauf auszurichten, dass sie das Unternehmen aus der Masse herausheben.

Nach einer Weile der Lektüre versteht man den "Geist der Schlagzeile" und beginnt in dieser Weise das Denken umzustellen.

Ich bin sicher, dass dieses Buch gerade für kleine Unternehmen und auch für Freiberufler hilfreich sein kann, Kreativität sehr gezielt für die eigene Bekanntheit und das positive Verankern des Images in den Köpfen der Kunden zu nutzen.  

Eine klare Empfehlung.